#cupoftheday – Wie wir Bücher wahrnehmen – damals und heute

"Asterix und Obelix" Comic von 1968 und 2019 und eine Obelix_Tasse

Wie wir Bücher als Kinder wahrgenommen haben und wie wir heute als Erwachsene Bücher wahrnehmen unterscheidet sich zum Teil extrem? Ich gehe heute auf eine kleine Reise in die Vergangenheit, kommt mit:

„Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf Götz nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“ – Zitiert aus meiner „Asterix und Obelix“-Ausgabe von 1968. Hände hoch, wer von Euch erinnert sich an diese ersten Sätze? Asterix und Obelix gehörten für mich, neben den Geschichten aus Entenhausen zu den ersten und ich glaube tatsächlich auch einzigen Comics, die ich je gelesen habe.

Ach, waren das noch Zeiten. Der kleine, aber verantwortungsbewusste Asterix. Der große, aber kindliche Obelix. Und wer könnte je Idefix vergessen? Nach Miraculix hört es dann aber leider auf. Denn an mehr ix-e, kann ich mich leider nicht mehr erinnern oh doch, moment Majestix! 

Die Geschichten jedoch, die sind geblieben. Der ewige Kampf gegen die Römer. Die Reisen in andere Länder, die Besonderheiten ihrer Kulturen und Traditionen – und dass man sich immer, aber wirklich immer auf eins verlassen konnte. Am Ende trägt die kleine Gemeinschaft der Gallier den Sieg über die scheinbare Übermacht der römischen Galionen davon.

Die Werke von Goscinny und Uderzo sind nicht nur unvergessen, sondern gehen weiter und weiter, und begeistern jede nachfolgende Generation aufs Neue. Naja, zumindest, die mir nachfolgende Generation hier zuhause. Nicht nur Asterix und Obelix, sondern auch die Werke von Otfried Preußler, Michael Ende und viele mehr.

Anne auf Green Gabels: Feed Good oder Gesellschaftskritisch – oder beides?

Es ist aufregend die Held:innen der eigenen Kindheit neu zu entdecken. Zu vergleichen, wie die Wahrnehmung damals war und wie sie heute ist. Festzuhalten, was man als Kind wahrgenommen hat und was nicht. Kinder sehen die Welt mit anderen Augen, dennoch darf man und sollte man auch die Werke, die einen früher so begeistert haben, gerne mit kritischem Blick neu entdecken.

Ein persönliches Beispiel ist für mich „Anne auf Green Gables“. Nadine von WörteraufReise beschrieb das Buch auf Instagram so: „Es ist trotz seiner traurigen Momente ein Feel Good Bauch, das einem ein warmes Gefühl gibt.“ Als ich Anne gelesen habe, war ich etwa 12. Meine Erinnerungen an ihre Geschichte sind völlig anders. Negativer: „Anne hatte immer zu kämpfen, musste sich immer beweisen, andren gefallen bzw. Den gesellschaftlichen Vorgaben entsprechen und wollte dabei doch nur sie selbst sein und zugleich zeigen, dass sie gut und richtig ist, wie sie ist.“

Wie würde ich Anne heute empfinden? Wie ihre Geschichte erleben? Ich weiß es nicht. Vielleicht würde ich es sehen wie Nadine. Vielleicht wie mein jüngeres Ich. Oder auch ganz anders. Eines Tages nehme ich das Werk von Lucy Maud Montgomery vielleicht noch einmal zur Hand – und werde es herausfinden.

 

Was sind Eure Gedanken zum Thema Bücher wahrnehmen? Habt Ihr die Erfahrung gemacht, dass Euch Held:innen aus Eurer Kindheit heute gar nicht mehr begeistern? Oder umgekehrt?

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