Don’t judge a Book by its cover! – Entscheidungsfindung beim Bücherkauf

Der Bücherkauf: Jetzt mal Hand aufs Herz, wer kann ein Cover bei der Kaufentscheidung hundertprozentig ausklammern? Wenn wir ehrlich sind, ist das schlicht nicht möglich. Denn letztlich ist es doch das Cover, das wir in der Regel als erstes sehen. Dicht gefolgt von Autor*in und Buchtitel. Dabei spielt es – zumindest bei mir – keine Rolle, ob ich durch eine Buchhandlung flaniere oder mich durch einen Online-Shop klicke.

Aber warum kaufen wir, was wir kaufen?

Und warum lassen uns andere – gerne auch gehypte Bücher – völlig kalt? Hast du Lust auf eine kleine Reise? Dann komm mit! Da ich natürlich nicht für andere sprechen kann und will, versuche ich aufzubröseln, was bei mir ausschlaggebend ist, damit ein Buch im Warenkorb landet. Ein paar Fragen und Kritikpunkte, wirst du unterwegs allerdings auch entdecken.

Entscheidungsfindung beim Bücherkauf

#1 Das Cover Bücherkauf

Das Cover spielt bei mir eine große Rolle und kann die Kaufentscheidung in die eine, wie auch in die andere Richtung beeinflussen. Das ist keine sachliche Entscheidung, bei der ich das Cover nach festgelegten Kriterien durchforste und diese mental abhake. Es ist ein Gefühl. Berührt mich das Cover? Macht es mich neugierig? Will ich wissen, was sich dahinter verbirgt? Sind Personen abgebildet, die mich ansprechen?
Wenn ein Cover diese Fragen nicht aufwirft, bleibt es liegen. Reizt es mich oder spricht es mich auf irgendeine Art und Weise an, nehme ich es in die Hand, um den Klappentext zu lesen.

Personen auf Covern sind starke Sympathieträger. Weil mich die junge Frau auf der „Götterfunke“-Trilogie von Marah Woolf nicht wirklich angesprochen hat, hätte ich diese Reihe um ein Haar liegen lassen. Andererseits lösen diese austauschbaren und für mich persönlich völlig leeren Cover wie sie gerade vor allem bei einem ganz bestimmten Verlag zu finden sind, so gar nichts bei mir aus.

#2 Der Titel

Eng verknüpft mit dem Cover ist der Buchtitel. Er ist Teil des Covers und kann eigentlich nicht völlig eigenständig betrachtet werden. Cover und Titel gehen Hand in Hand. Und damit gehen die Fragen weiter. Passt das Cover zum Titel? Was sagt der Titel aus? Ist es ein 0815-Titel, der auch auf 50 andere Bücher mit vergleichbarem Inhalt passt? Ist er außergewöhnlich? Macht er mich neugierig?

Das ist auch so eine Sache. Schon klar, dass man mit dem Titel nicht zu viel verraten will. Aber mal ehrlich, was sollen denn immer dieselben abgedroschenen Floskeln? Bevorzugt auf Englisch? Ist es so schwer, einen tieferen Titel zu wählen? Oder geht das nicht weil man dann keine Reihe benennen kann?

Oder setzt man einfach auf den Autor*in als Zugpferd?

#3 Der Autor / Die Autorin

Eigentlich könnte man denken, dass bei einem bekannten Autor/einer bekannten Autorin besonders viel Mühe auf das Cover und den Titel verwandt wird. Ich habe habe aber mehr und mehr das Gefühl, das bei manchen Verlagen das Gegenteil der Fall ist. Frei nach dem Motto „die Bekanntheit der Autorin/des Autors verschafft uns genug Umsatz, da müssen wir nicht noch groß investieren“. Ganz unrecht haben sie damit nicht. Wer von uns hat nicht schon einmal nur allein deshalb zu einem Buch gegriffen weil der Name des Lieblingsschriftstellers*in auf dem Einband stand? 

#4 Der Klappentext 

Diese Hand voll Zeilen auf der Rückseite eines jeden Buches sollten eigentlich alleiniger Grund für oder gegen ein Buch sein. Aber ganz ehrlich? Dafür fehlt uns allen die Zeit, oder? Wenn uns also Titel, Autor*in und/oder Cover genug angesprochen haben, um das Buch in die Hand zu nehmen und umzudrehen, fehlen nur noch wenige Sekunden zu einem finalen Ja oder Nein, richtig? Nein. Also, zumindest nicht bei mir.

Natürlich gibt es Klappentexte, die mich sofort ansprechen, und bei denen alles in mir förmlich „Kaufen!“ schreit. Und natürlich gibt es auch die gegenteilige Situation, die in mir sofort ein „Nein, danke“ auslöst. Aber mal ehrlich, zwischen dem deutlichen Ja und dem kategorischen Nein, ist sooooo viel Platz. Ein gigantischer Raum, gefüllt mit Hmmm, Vielleicht, Worum geht es jetzt eigentlich genau, und und und. Klappentexte, bei denen ich mir genau überlege, ob mich das Buch wohl ansprechen wird – und im Zweifel zum Nein tendiere.

Zum Glück gibt es ja inzwischen auch immer häufiger das online-Angebot der Leseproben.

5# Die Leseprobe

Und hier bin ich persönlich raus. Eine Online-Leseprobe oder ein Buch in der Buchhandlung anlesen, mag für viele eine weitere Entscheidungshilfe sein. Für mich ist das ein No-Go. Warum? Weil ich mich kenne. Egal, wie gut oder schlecht die ersten Seiten auch sein mögen, ich möchte dann trotzdem wissen, wie es weitergeht. Bisher bin ich zum Glück nur auf sehr wenige Bücher gestoßen, die ich so schlecht fand, dass ich sie freiwillig abgebrochen und verbannt habe. Aber auch durch halbschlechte Romane quäle ich mich in der Regel durch. 

Was beeinflusst Euch beim Bücherkauf? Wie trefft Ihr Eure Kaufentscheidung für oder gegen ein Buch? Spielt der Hype um einen Autor*in oder um ein bestimmtes Buch eine Rolle?

 

 

Fotorecht: shutterstock.com – alexblacksea

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11 Kommentare

  1. 12. Dezember 2020 / 18:43

    Hallo Sabrina,

    interessanter Beitrag. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wichtig für viele doch das Cover ist. Ich suche meine neuen Bücher mittlerweile eigentlich fast ausschließlich auf Goodreads. Aber vermutlich beeinflussen mich auch da Cover, wenn ich Listen von Preisen durchschaue oder „Leser:innen lasen auch…“. Hauptsächlich gehe ich dann nach Bewertungen, insbesondere von mir bekannten Blogger:innen. Aber wenn ich dann bestelle und es ist nur eine andere Ausgabe lieferbar, als die ich zuerst bei Goodreads gesehen habe, fuchst mich das oft. Weil ich es meist hässlicher finde. Schon interessant.

    Viele Grüße
    Elena

    • Sabrina
      Autor
      14. Dezember 2020 / 13:18

      Liebe Elena,

      ich glaube, man kommt gar nicht umhin, das Cover in seine Entscheidung miteinzubeziehen. Schließlich ist es ja doch in der Regel das erste, was wir von einem Buch sehen. Es sei denn, man sucht explizit, nach einem Titel, Autor*in oder Thema. Aber ich glaube, dass wir uns selbst da – wenn auch unbewusst – von ansprechenderen Covern leiten lassen.

      Liebe Grüße

      Sabrina

  2. 8. Dezember 2020 / 7:34

    Hi 🙂
    Ist richtig spannend hier bei dir, danke auch für diesen Einblick. Ich muss zugeben, dass ich hinsichtlich Buchcovern eine wohl ungewöhnliche Angewohnheit habe. Wenn ein Cover besonders furchtbar aussieht und das Buch trotzdem in einem Publikumsverlag veröffentlicht wurde UND das Thema mich interessiert, bin ich schlecht davon abzuhalten, es zu kaufen. Warum? Ich denke mir dann, wenn ein Buch mit so einem furchtbaren Cover es geschafft hat, gedruckt zu werden, muss am Inhalt etwas besonderes dran sein 😀

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Sabrina
      Autor
      9. Dezember 2020 / 13:49

      Liebe Sandra,

      warum auch nicht? Sind wir doch mal ehrlich, Cover sind Geschmacksache – und sind während wir lesen oder wenn das Buch im Regal steht ohnehin nicht zu sehen. Aber sie sind nunmal der erste Blickfang im Laden oder Online Shop, und ob Titel, Cover oder Autor*in – irgendwas davon muss uns ja letztlich ansprechen, ehe wir uns entscheiden den Klappentext zu lesen, oder? 🙂

      Liebe Grüße

      Sabrina

      • 17. Dezember 2020 / 18:59

        Absolut, im Grunde richte ich mich ja auch nach dem Cover 🙂
        Liebe Grüße
        Sandra

  3. 7. Dezember 2020 / 15:11

    Bei mir spielt Empfehlungen eine große Rolle, früher als Kind/ Teenager von der Inhaberin meines Lieblings- und einzigen Buchladen im Dorf, dann vermehrt amerikanische Youtuber, Freunde und schließlich Instagram. Da ist es gerade der Inhalt, die Story die mein Interesse erweckt.

    Covers spielen indirekt eine Rolle, wobei ich mittlerweile finde, dass die meisten sehr ansprechend sind und das es ein Unterschied zu früher gab, wenn ich beispielsweise an Vampire Academy zurückdenke, die ich damals in einer dieser kleinen Beihefte bei Büchern entdeckt habe, wo mich der Klappentext angesprochen hat. Bin froh, dass Bücher weniger Cover mit Gesichtern haben, wovon ich kein Fan bin.

    Der Autor oder die Autorin spielt bei mir auch eine große Rolle, habe welche, wo ich immer wieder drauf zurückgreife, wo das Cover weniger eine Rolle spielt

    Ein Cover/ Klappentext Kauf war für mich letztes Jahr die Staubchronik. Das Cover hat mich in seinen Bann gezogen, sodass es mir im jedem Buchladen ins Augen gefallen ist und da mir der Klappentext zu gesagt hat, wurde es mitgenommen.

    Alles Liebe

    Nadine

    #litnetzwerk

    • Sabrina
      Autor
      9. Dezember 2020 / 13:42

      Liebe Nadine,

      ich finde es interessant wie unterschiedlich jede*r an seine/ihre Buchkäufe herangeht. Was Gesichter auf Covern angeht, muss ich dir auf jeden Fall zustimmen. Ist mir die Person auf dem Cover unsympathisch, muss der Klappentext schon der Hammer sein, damit ich mich zu einem Kauf überreden lasse. Durch ein für mich wenig ansprechendes Gesicht, wäre mir beinahe eine meiner liebsten Buchreihen entgangen 🙂 Autor*innen spielen definitiv eine große Rolle. Da lasse ich auch gerne mal das Cover außer Acht – wenn der Inhalt stimmt.

      Liebe Grüße

      Sabrina

  4. 6. Dezember 2020 / 17:57

    Hi Sabrina,

    das Cover ist für mich auch eines der ersten Kriterien, bevor ich mir ein Buch näher anschaue. Ausnahme sind hier Bücher meiner absoluten Lieblingsautor:innen, die fast automatisch in meinen Regalen landen 😀
    Du hast das mit dem Cover schön beschrieben: Es muss ein Gefühl in mir hervorrufen. Danach lese ich häufig den Klappentext quer und lese ab und an auch die ersten paar Zeilen. Wenn es mich dann überzeugt, kommt es mit. Meist reichen schon Cover & Klappentext aus, damit es bei mir einziehen darf.

    Liebe Grüße & weiter ein schönes #litnetzwerk
    Nina

    • Sabrina
      Autor
      9. Dezember 2020 / 13:35

      Liebe Nina,

      bei den Lieblingsautor*innen muss ich dir leider widersprechen. Natürlich habe auch ich meine Lieblinge, aber wenn der Inhalt nicht passt, bleibt es leider im Laden. Das Cover sehe ich ja ohnehin nicht, wenn das Buch im Regal steht und da Platz bei mir Mangelware ist, sind „Schönheitskäufe“ leider nicht drin 🙂

      Liebe Grüße

      Sabrina

  5. 6. Dezember 2020 / 15:09

    Oh jaaa, die Sache mit dem Cover! Da hast du ähnliche bis gleiche Punkte aufgeführt, die auch Kerstin und ich in dem einen oder anderen Blogbeitrag erwähnt haben (bin mal so frei, bei Interesse, hihi: https://kejaswortrausch.de/tag/covermachenbuecher/)

    Wirklich faszinierend was beim Kauf so Einfluss übt und natürlich ist die Optik nicht alles, aber eben das Erste worauf ich in der Buchhandlung blicke. Und ich bin ehrlich, ich nehme dann selten ein Buch in die Hand, wenn es mir nicht schon vorher begegnet ist oder es mich nicht anspricht. Und ab und wann greife ich zu einem Buch, weil es optische Schockliebe ist und dann lese ich den Klappentext und lege es ganz schnell zurück.

    #litnetzwerk-Grüße!

    • Sabrina
      Autor
      9. Dezember 2020 / 13:30

      Liebe Janna,

      natürlich bin ich direkt rübengehüpft 😉 und musste direkt schmunzeln („HEY, schau mich an! Bin ich nicht schön? Los, kauf mich!“ ). Manchmal verliebt man sich tatsächlich direkt in ein Cover, und bei manchen möchtest du jemanden schütteln und schreien „Was hast du dir nur dabei gedacht!“ Aber natürlich sind Cover nicht alles, wenn der Inhalt nicht stimmt, nützt auch das schönste Cover nichts.

      Liebe Grüße

      Sabrina

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