Handlungsorte in Büchern – Eine Frage des Geschmacks

 

Handlungsorte in Büchern, das scheint ein stellenweise explosives Thema zu sein. Aber ist es nicht letztlich alles eine Frage des Geschmacks? Und des individuellen Leseempfindens?

In „Von guten Büchern oder das Gute an Büchern“ habe ich ausführlich beschrieben, was ein gutes Buch für mich ausmacht. Allen voran muss es mich abholen, mir die Tür zu einer anderen Welt öffnen und mir die Möglichkeit geben, für eine gewisse Zeit dem Alltag und der Realität den Rücken zuzukehren.

Aus genau diesem Grund lese ich bevorzugt Bücher, die im Ausland spielen. Ich kann mich wesentlich leichter in einen erfundenen oder weit entfernten Ort hineinfühlen. Kann dort fantastische Abenteuer bestehen oder als Studentin zum ersten Mal über den Campus schlendern oder eine Wohnheimparty besuchen. Gerade in Liebesromanen – egal ob klassisch, Sport, College, Young Adult oder New Adult – spielen viele dieser Geschichten in einer kleinen oder großen, realen oder fiktiven Stadt in den Vereinigten Staaten. Was, wenn wir mal ehrlich sind, bei der Besonderheit des Campusleben, das es in Deutschland nunmal nicht an jeder Uni gibt, logisch erscheint.

Handlungsorte fernab der Realität

Ich bin noch nie über den großen Teich geflogen, kenne das Land nicht, noch nicht einmal eine Stadt – wenn man mal New York außen vor lässt, das sich durch diverse Filme einfach jeder irgendwie im Kopf vorstellen kann – und genau das ist es, was ich brauche, um in ein Buch einzutauchen. Die Ferne. Die Distanz. Das Unbekannte. Die Geschichte muss fernab meiner Realität spielen. 

Tyrannische Engel in Venedig? College-Lovestory in Seattle? Kein Problem. Vampire und Werwölfe in Hamburg? Ähm, nein. Nicht für mich. Ein Buch, dessen Handlungsort in Deutschland angesiedelt ist, kann ich nur schwer lesen. Die Wahl des Ortes ist für mich zu nah an der Realität und verhindert damit das Abholen, das Mitnehmen und Eintauchen.

„Wie es Euch gefällt“ – Handlungsorte und persönliche Empfindungen 

Mir ist bewusst, dass das jeder anders empfindet. Doch gerade weil momentan wieder lamentiert wird, dass so viele Romane vorwiegend oder ausschließlich in den USA spielen und nicht in Deutschland, möchte ich die Chance nutzen und darauf hinweisen, dass es Leser*innen wie mich gibt, die genau das brauchen, die diese Distanz brauchen, um ein Buch genießen zu können.

Für mich muss nicht zwingend Amerika der Handlungsort sein. Ich tauche auch gerne in eine Geschichte ein, die in Frankreich, Tschechien, Großbritannien, Island usw. spielt. Nur für mich persönlich, geht Deutschland aus den genannten Gründen eben nicht oder nur sehr sehr schwer.

 

Wie es das bei Dir? Ist Dir der Handlungsort egal?
Bevorzugst Du ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Stadt?
Oder hast Du vielleicht ein absolutes No-Go was Handlungsorte eines Buches angeht?

 

 

Copyright – Foto: shutterstock – graphixmania

Folgen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.