#WritingFriday – Als Pusteblume hat man es nicht leicht

Schriftzug Als Pusteblume hat man es nicht leicht

Ist es nicht schade, dass ein Lebewesen meist nur auf eine Momentaufnahme reduziert wird? Beurteilt und verurteilt nach ihrem aktuellen Zustand? Was ist mit der Vergangenheit und der Zukunft? Hinter jedem von uns liegen Tage, Monate, Jahre, die uns zu dem geformt haben, was wir sind. Wer wir sind.

Die Pusteblume ist viel mehr als ihr Zustand kurz vor dem Ende ihres Daseins. Wenn sie ergraut vor uns steht. Noch immer stolz und aufrecht. Dann hat sie ein Leben hinter sich. Minuten, Stunden, Tage. Sie würde uns berichten, dass was sie alles erlebt hat, als sie noch jung, gelb und strahlend in der Blüte ihres Pflanzenlebens war. 

„Du bist alt“, sagen sie. Die meisten von uns, werden irgendwann alt. Menschen, Tiere, Pflanzen. Die Pusteblume hat es nicht schwer. Sie ist bereit. Wie der Schmetterling aus seinen Kokon schlüpft, seine Flügel ausbreitet und einer neuen Phase seines Lebens entgegen fliegt. So macht sich auch die Pusteblume bereit. Die einst langen gelben Blütenblätter, zu feinen weißen Locken aufgedreht.

„Du wirst vergehen“, sagen sie. Aber werden wir das nicht alle? Der Löwenzahn trägt die Pusteblume von Anfang an in sich. Im Geheimen reift sie heran, schüttelt ihre gelben Blätter ab und lässt los. Fliegt mit dem Wind in völliger Freiheit dahin. Ein schönes Sinnbild, wenn man daran glaubt, dass die Seele den Tod überlebt und sich in die Lüfte erhebt.

„Du bist lustig“, sagen die Kinder, die sich über jede einzelne Pusteblume freuen. Darüber, dass die Kelche wie kleine Fallschirme durch die Luft tanzen. Dass sich der Pulk nach dem Pusten verteilt und in alle Himmelsrichtungen verstreut.

 

#WritingFriday ist eine Aktion von Elizzy, schaut doch einfach mal bei ihr vorbei und macht mit ?

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