Please meet Janie Morris – “Factually Married” von Penny Reid

 

Rezensionsexemplar – Eigentlich ist es ein totales No-Go für mich eine Reihe nicht von vorne zu beginnen, sondern mittendrin einzusteigen. Da war ich einen Moment unaufmerksam und habe „Factually Married“ mit „Love Factually“ verwechselt, und jetzt habe ich den Salat. Nicht, dass das etwas Schlechtes wäre. Als absoluter Penny Reid Fan werde ich nach den „Winston Brothers“ auch an „Knitting the City“ nicht vorbeikommen. Nicht, dass ich das überhaupt vorgehabt hätte. Aber zurück zum Wesentlichen.

Janine und Quinn sind seit fast einem halben Jahr glücklich miteinander. Um diesem Glück noch die Krone aufzusetzen, macht Quinn seiner Liebsten einen außergewöhnlichen Heiratsantrag. Perfekt, oder? Ja, nein. Nicht so ganz. Janie hat da gewisse Einwände. Und wer Janie kennt, der weiß, dass ihre Argumentation in der Regel hieb und stichfest ist. Für alle die Janie nicht kennen. Sie ist die wandelnde Logik auf zwei Beinen.

In guten wie in schlechten Zeiten? Das könnt Ihr gerne haben.

Bevor wir weitermachen, ist mir eins ganz wichtig. Der Klappentext ist so weit von der Realität des Buches entfernt wie die Erde vom Mond. Janie hat nach ihrer eigenen Logik nachvollziehbare Gründe für das ganze Hochzeitsbromborium. Aber weder zwingt sie Quinn dazu, noch fordert sie diese Dinge als Liebesbeweis ein. Das Buch, allen voran Janie, ist so viel komplexer als es dieser unglückliche Klappentext darstellt.

„Factually Married“ besticht mit einer außergewöhnlichen Protagonistin 

Mit Janie Morris ist Autorin Penny Reid eine einzigartige Protagonistin gelungen. Sie ist etwas ganz besonderes – und darüber hinaus ist sie selbstreflektierend, hat einen außergewöhnlichen Sinn für Humor und eine umwerfende Art das Leben und die Liebe zu betrachten.

 

“Nur du kannst eine Beziehung mit einer Krankheit vergleichen und es dabei romantisch als auch todgeweiht klingen zu lassen.“

Auszug aus “Factually Married“ von Penny Reid – Forever by Ullstein

Fakten sind ihr wichtig. Sie lockern auf, füllen unangenehmes Schweigen, tragen über peinliche Momente hinweg und sind unumstößlich. Fakt ist, wenn Janie vor den Altar tritt und Quinn verspricht „in guten wie in schlechten Zeiten“ zu ihm zu stehen, dann muss sie das auch so meinen (können). Alles andere wäre schlichtweg falsch.

Quinn dagegen verkörpert den Typ Mann, den man gerne in das Klischee des reichen Playboys steckt. Doch wie heißt es so schön? Don´t judge a book by its cover. Da ich „Love Factually“ noch nicht gelesen habe, weiß ich nicht wie Quinn Janie letztlich für sich gewinnen konnte. Doch ihrer besonderen Art scheint kaum jemand widerstehen zu können.

Kein typisches Romance-Drama bei “Factually Married “

Kaum ein Liebesroman kommt ohne eine Prise Drama aus. Bei Penny Reid resultieren diese Dramen oder Hindernisse in der Regel weniger aus den (sich anbahnenden) Beziehungen, sondern durch Bösewichte, deren Handlungen sich wiederkehrend durch die gesamte Reihe ziehen. Bei den „Winston Brothers“ waren es der örtliche MC und zum Teil Familienangehörige, hier sind es die Privatkunden, Kriminelle und ebenfalls Familienangehörige.

Penny Reid bleibt ihrer Linie auch in Knitting the City treu, und hebt sich so weiterhin von klassischen Liebesromanen ab. „Factually Married“ kann alleinstehend und ohne Vorkenntnisse der Bände „Love Factually“ und „Friends without Bemefits“ gelesen werden. Relevante Geschehnisse aus der Vergangenheit fließen in die Geschichte mit ein und geben mir ein umfassendes Verständnis für die Reaktion der Protagonisten.

 

„Factually Married“ ist ein wunderbarer, unterhaltsamer und äußerst informativer Liebesroman. Janie Morris muss man einfach lieben. Sie ist einzigartig, klug und gewitzt. Eine Figur, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

 

 

„Factually Married“ | Penny Reid | Forever by Ullstein

 ISBN: 978-3-95818-522-7

12,99€ Taschenbuch / 4,99€ eBook

 

Ich habe „Factually Married“ im Rahmen der NetGalley-Challenge kostenfrei von Forever by Ullstein Verlag  zur Verfügung gestellt bekommen, das hat meine Meinung allerdings in keiner Weise beeinträchtigt.

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