Odin, Thor und ein paar andere – #UnpopularOpinion

Cover "Nordische Mythen und Sagen" von Neil Gaiman

“Nordische Mythen und Sagen” von Neil Gaiman, war … also, tja – wie war es eigentlich?

Wie der Titel schon verrät, geht es um die Nordischen Götter. Wenn auch nur wenige bekannt sind, so sind zumindest Thor, Odin und Loki den meisten ein Begriff, vielleicht sogar auch das bildschöne Geschwisterpaar Freya und Frey.

Liebe, Egoismus und Zerstörungswut

Beginnen wir mit dem positiven. Ich liebe Neil Gaimans Schreibstil. Er schafft es mit Leichtigkeit mich in seine Erzählungen um den Allvater Odin, Asgard, die Götter, Riesen, Zwerge und Menschen hineinzuziehen. Lässt mich meine Umwelt vergessen und mich mit Thor, Frey, Odin und Loki durch die Lande streifen – dass ständig jemand den Kopf verliert, muss ich jetzt nicht haben, aber dafür kann Neil Gaiman ja nichts.

Auf meiner Reise durch die nordischen Mythen begegnete ich aber auch Liebe, Vertrauen, Hoffnung und Mut. Und auch, wenn diese Eigenschaften leider viel zu häufig von Arroganz, Egoismus, Falschheit, Ungerechtigkeit und Mordlust überlagert werden, so sind sie doch da – und sind es wert gesehen zu werden. 

Tyrs Vertrauen in Fenrir, der von den Göttern ausgetrickst wird. Die Liebe aller Wesen zu Balder. Elternliebe. Die Offenheit und Voreingenommenheit Kvasirs, die ihn wissend in den Tod führt. Frey, der ehrlich liebt und mit Liebe belohnt wird – auch wenn es ihm am Ende aller Tage den Tod kostet. Nanna, deren Herz vor Kummer über Balders Tod bricht. Trotz all ihrer Fehler, ist die Liebe an jeder Stelle greifbar. Sie wohnt in Thors blutrünstigem Herzen, ebenso wie in Lokis verschlagenem Wesen.

“Nordische Mythen und Sagen” – Ich hatte mir mehr erwartet

Restlos begeistert zurückgelassen hat mich das Buch aber leider nicht. Die Geschichten drehen sich fast ausschließlich um Thor, Loki und Odin. Und auch, wenn Neil Gaiman bereits in seinem Vorwort darauf hinweist, dass es viele viele andere Götter gibt, über die nur wenig bekannt ist, so hätte ich mir dennoch auch von ihnen einen kleinen Einblick gewünscht.

Keine seitenlange Geschichte, aber vielleicht eine kurze Anekdote, eine Beschreibung der Gottheit und seiner bzw. ihrer Stärken oder Zuständigkeiten. Schon klar, dafür, dass mir das gefehlt hat, kann Gaiman nichts. Allerdings zieht sich das Werk so in einer nicht enden wollenden Monotonie aus Intrigen, Blut und Verderben, bei dem ich mich so manches mal gefragt habe, ob die alle noch ganz bei Trost waren. Aber wahrscheinlich kennt göttlicher Größenwahn keine Grenzen, das ist ja bei den Mythen und Sagen über die griechischen Götter und Göttinnen auch nicht viel anders.

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2 Kommentare

  1. 24. Februar 2021 / 9:47

    Ich kann deinen Missmut voll und ganz verstehen, weiß auch noch nicht, ob ich das Buch lesen werde….

    • Sabrina
      Autor
      26. Februar 2021 / 16:40

      Ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut und der Schreibstil ist wirklich toll. Vielleicht war meine Erwartungshaltung einfach zu groß …

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