„Café au Love“ von Julia K. Stein – #UnpopularOpinion

Selten lässt mich ein Buch so zurück wie „Café au Love“ von Julia K. Stein. So … so … – ja, wie eigentlich? Ernüchtert, trifft es, glaube ich, ganz gut. Als großer Fan ihrer Video-Tutorials und Online-Kurse für angehende Autor:innen und andere Schreibwütige, wollte ich auch endlich mal in den Genuss eines ihrer Werke kommen. „Cafe au Love“ traf mit dem Klappentext genau mein Verlangen nach einer leichten Sommerlektüre und schwupp, stand ich auch schon an der Kasse.

Darum geht es in „Café au Love“

Klappentext:

Die besten Tage beginnen mit einem Kaffee
… und enden mit einem Kuss.

Als Emma ihren neuen Sommerjob in einem Café in den Hamptons antritt, ist sie wie verzaubert. Von der gemütlichen Atmosphäre, der Nähe zum Strand und dem perfekten Latte macchiato. Nur zwischen dem Juniorchef Leo und ihr fliegen von der ersten Sekunde an die Fetzen. Wider Willen fühlt sich Emma zu dem unnahbaren, aber unverschämt gut aussehenden Barista hingezogen – auch wenn dieser ihr unmissverständlich klarmacht, dass er romantische Beziehungen zum Personal ablehnt. Doch je mehr Zeit Leo und Emma miteinander verbringen, desto weniger können sie ihre Gefühle verbergen. Bis die Vergangenheit einen dunklen Schatten auf die Sommertage wirft und sie vor eine schwierige Entscheidung stellt.

Bitte mehr Tiefe bei den Protagonist:innen

Quasi vom ersten Moment an, waren mir alle Protagonisten irgendwie unsympathisch. Emma, ihre besten Freundin Jen, der Kerl aus der Vergangenheit, ihr Dad, seine Freundin, seine Assistentin, ihr neuer Junior-Chef, ihre neue Kollegin – einfach alle.

Es ist in Ordnung, wenn Protagonist:innen nicht dem gängigen Klischee entsprechen. Im Gegenteil, das bringt eine positive Wendung und einen „Wow, das hätte ich jetzt nicht gedacht“-Effekt. Leider wird in „Café au Love“ die Erwartungshaltung der aus reichem Hause stammenden, versnobten, oberflächlichen Kids nicht deutlich genug entzerrt, so dass ich beim Lesen immer auf den großen Knall hinter der vermeintlichen Fröhlichkeit gewartet habe. Aber nein, die sind tatsächlich nett, freundlich und unvoreingenommen. Leider kommt das zu wenig rüber und so misst man jeder Aussage einen völlig anderen Gehalt zu, als die Autorin Julia K. Stein es wahrscheinlich eigentlich beabsichtigt hatte.

Leider wird dem Hauptcharakter Emma nicht viel Zeit eingeräumt, um sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen. Es gab keine Gelegenheit an ihren Gedanken und Emotionen teilzuhaben weil die Figur ständig unterwegs war. Arbeiten, Strand, Party, Schlafen, und das ganze wieder von Vorne. Ein kurzes Kratzen an der Oberfläche, mehr leider nicht.

Die Schlagfertigkeit, die Emma zu Beginn der Story noch an den Tag legt, hat sich schon nach kurzer Zeit verflüchtigt. Schade, denn genau diese Wortgewandtheit hätte einigen Szenen entschieden mehr Pep verliehen.

Da das Buch ausschließlich aus Emmas Sicht erzählt wird, bleibt bis zum Schluss die Frage offen, für wen sich Emma letztendlich entscheiden wird. Ein großer Pluspunkt.

„Café au Love“ ist eine leichte Sommerlektüre. Ein Liebesroman. Und dafür perfekt. Dennoch hätte ich mir für die Geschichte um Leon und Emma einfach mehr gewünscht. Mehr Tiefe, mehr Spannung, mehr brenzlige Szenen und mehr Einblicke in Emmas Innenleben.

Ich werde mich bestimmt noch einmal an ein Julia K. Stein-Buch wagen und hoffe, mit dem nächsten Werk ein wenig glücklicher zu sein.

 

„Café au Love“ | Julia K. Stein | Ravensburger Verlag

 ISBN: 978-347358548-9

9,99€ Taschenbuch / 8,99€ eBook

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