“Dämonentage” von Nina MacKay

„Die Jugendlichen, die sich zusammenrotteten und Dämonentage-Partys feierten weil ihnen ja nie etwas passieren würde“ – und drei Wochen später lese ich einen Polizeibericht, nach dem verschiedene Versammlungen Jugendlicher aufgelöst werden mussten, da sie gegen die Kontaktsperre verstoßen hatten. Die waren wohl auch der Meinung für sie würden die Regeln nicht gelten.

Der Kampf ums nackte Überleben

Adriana hält sich an die Regeln – so gut es eben geht. Was soll sie auch anderes tun? Sie will überleben. Etwas, das nicht jedem gelingt, wenn mit den letzten fünf Tagen eines jeden Jahres die Dämonentage anbrechen. In jeder dieser Nächte kommen Dämonen durch die Tore der Hölle auf die Erde, um zu essen. Bevorzugt, oder besser ausschließlich Menschen.

Nachdem ihre beste Freundin nicht mehr die ist, die sie einmal war und ihr bester Freund mit einem Dämonenbiss im Krankenhaus liegt, ist Adriana völlig auf sich allein gestellt. Nun muss sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und entscheiden, wem sie noch vertrauen kann und wem nicht. Und dass sie tatsächlich darüber nachdenkt, ihr Leben dem Dämon Cruz anzuvertrauen, kann sie fast selbst nicht glauben – doch was bleibt ihr anderes übrig? 

Der Höllenfürst steht kurz davor die Erde zu übernehmen und in ewige Dunkelheit zu stürzen. Um das zu verhindern, schließt sie sich mit dem Feind zusammen.

“Dämonentage”: Es ist nicht alles so wie es scheint

In „Dämonentage“ schafft es die Autorin Nina MacKay verschiedene Haupt- und Nebenfiguren so zu gestalten, dass man bis zum finalen aufklärenden Akt wirklich nicht sicher sagen kann, wer auf welcher Seite steht. Sind sie gut oder böse? Führen sie etwas in Schilde, stehen sie am Ende unter dem Befehl der Dämonen oder doch auf Adrianas Seite? 

Die verschiedenen Ebenen der Dämonen, ihre Hierarchie und Aufstiegsmöglichkeiten sind ebenso durchdacht wie die Schritte, die ein Halbdämon durchlaufen, um sich zum Alpha-Dämon zu wandeln, sind gut durchdacht.

Die Annäherung zwischen Adriana und Cruz ist – zumindest von Seiten Adrianas – von Misstrauen und Vorbehalten geprägt. Dass Cruz heiß wie die Hölle ist, ist da wenig hilfreich. Erst nach und nach schenkt sie Cruz ihr Vertrauen und ohne es zu wollen auch ihr Herz. 

Das Ende des ersten Bandes kommt unerwartet und zumindest für mich völlig überraschend. Um nicht unnötig zu spoilern, werde ich hier aber nicht weiter ins Detail gehen.

Die „Dämonentage“ bestechen mit einem vielseitigen Aufgebot an Charakteren, frechen Sprüchen, jeder Menge Charme und ungeahnter Wendungen. 

Aber: Dennoch gab es durchaus die ein oder andere Stelle, die für mich nicht nachvollziehbar war. Beispielsweise das Abkommen zwischen Cruz und Brutus um den neuen Alpha-Dämon Drym. Wozu das ganze, wo der Neu-Dämon doch ohnehin an Cruz Seite sein wollte. Eine Tatsache, auf die er beim Aufeinandertreffen doch einfach sagen können? Oder hab ich da was verpasst?

 

„Dämonentage“ | Nina MacKay

Piper Verlag | 978–3-492-28183-6 | 14,00€ Taschenbuch 

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